Nachdem Apple in dieser Woche die aktuellen Quartalszahlen bekanntgegeben hat und sich über ein weiteres Rekordquartal freuen darf, hat Apple einen Tag später ein neues Produktfeuerwerk gezündet. Wie bereits in den letzten Wochen vielfach spekuliert wurde, sind die Produktreihen MacBook Air und Mac mini erneuert worden und verfügen nun neben mehr Leistung über einen Thunderbolt-Anschluss. Passend dazu wurde das 27″ Apple Cinema Display vom neuen 27″ Thunderbolt Display abgelöst. Das weisse MacBook ist dem Rotstift zum Opfer gefallen und wird ab sofort nicht mehr produziert. Wie bereits erwartet wurde, ist das neue Betriebssystem OS X Lion nun im Mac App Store erhältlich und kann zum Preis von 23,99 Euro heruntergeladen werden. In diesem Artikel beleuchten wir alle Neuerungen und halten zum Schluss eine kleine Überraschung bereit, die im Trubel der neuen Produkte etwas untergegangen ist.

Das leistungsfähigste MacBook Air aller Zeiten.

Mit dem neuen MacBook Air hat auch die ultrakompakte Notebook-Reihe von Apple den Sprung ins Thunderbolt-Zeitalter geschafft. Erinnern wir uns: Das erste MacBook Air war ausschließlich mit 13,3″ Display und einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln erhältlich, und es verfügte lediglich 2 GB Arbeitsspeicher, einen 1,6 oder 1,83GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und über einen einzigen USB-Anschluss. Die Akkulaufzeit betrug beim ersten MacBook Air in der Praxis ca. 2-3 Stunden.

Apple MacBook Air 11/13 Thunderbolt 07/2011

Dagegen klingen die technischen Daten des gerade vorgestellten neuen MacBook Air geradezu revolutionär: Intel Dual-Core i5- oder i7-Prozessor, leistungsfähiger Intel HD Graphics 3000 Chipsatz, zwei USB-Schnittstellen, Thunderbolt-Schnittstelle, 13,3″-Display mit 1440×900 Pixeln, extrem schnelle Festplatten auf Flashspeicher-Basis mit einer Kapazität von 64 GB bis 256 GB und schließlich eine beleuchtete Tastatur. Das 13″-Modell verfügt zusätzlich über einen SDXC-Steckplatz für SD-Karten. Erste Benchmark-Tests bescheinigen dem neuen MacBook Air eine grandiose Geschwindigkeit, die in manchen Bereichen sogar die des 17″ MacBook Pro mit 2,67 GHz Intel Core-i7 aus dem Jahr 2010 übertrifft. Im Test wurde die Akkulaufzeit in der Praxis mit knapp sechseinhalb Stunden gemessen. Mit einer Startzeit des Betriebssystems konnte sich das neue MacBook Air mit 17 Sekunden eindeutig an die Spitze des Messfeldes setzen. Auch die Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben ist beim neuen MacBook Air phänomenal: Während das ebenfalls getestete Lenovo ThinkPad X1 eine Schreib/Leserate von 31,60 MB pro Sekunde erreicht, zieht das MacBook Air mit sagenhaften 127 MB pro Sekunde davon.

Wurde das MacBook Air zum Marktstart noch von Einigen als möglicher Flop belächelt, ist aus der ultraflachen Notebook-Reihe mittlerweile ein weiterer Verkaufsschlager von Apple geworden. Möglich macht das die extrem leistungsfähige Hardware im extrem kompakten Aluminiumgehäuse. Das MacBook Air ist im Applestore mit 11,6″-Display ab 949 Euro und mit 13,3″-Display ab 1.249 Euro erhältlich, bei Onlinehändlern sind die Geräte und vor allem Konfigrationsoptionen teils deutlich günstiger zu bekommen.

Der leistungsfähigste Mac mini aller Zeiten

Auch dem Mac mini fehlte bis zur Veröffentlichung der neuen Mac mini-Reihe die Thunderbolt-Schnittstelle, auch wenn diese beim neuen Gerät nicht die augenscheinlichste Neuerung ist – diese ist nämlich das fehlende Superdrive-Laufwerk. Dieses wurde ersatzlos gestrichen, dafür ist das Einstiegsgerät des neuen Mac mini bereits ab 599 Euro und auf Wunsch mit zwei internen Festplatten zu haben. Wer ein Superdrive-Laufwerk benötigt, kann allerdings problemlos das externe MacBook Air Superdrive-Laufwerk anschließen, zu dem der neue Mac mini kompatibel ist.

Apple Mac mini Thunderbolt 07/2001

Den neuen Mac mini gibt es ab sofort in drei verschiedenen Varianten. Das Einstiegsmodell verfügt über einen Intel Dual-Core i5 Prozessor mit 2,3 GHz, eine 500 GB Festplatte und etwas mageren 2 GB Arbeitsspeicher, dieser läßt sich jedoch auf bis zu 8 GB erweitern. Als Grafikkarte kommt der Grafikchip Intel HD Graphics 3000 zum Einsatz, der sich bis zu 288 MB DDR3-Speicher mit dem Arbeitsspeicher teilt. Hier wären wir bereits beim hauptsächlichen Unterschied zum großen Mac mini-Modell, der nämlich über eine dedizierte Grafikkarte AMD Radeon HD 6630M mit eigenem 256MB GDDR5-Arbeitsspeicher verfügt. Das größere Modell beinhaltet außerdem einen Intel Dual-Core i5-Prozessor mit 2,5 GHz, der optional auch als Intel Dual-Core i7-Prozessor mit 2,7 GHz konfigurierbar ist. Dieses Modell ist auch mit einem Solid State Drive erhältlich und kann optional sogar mit zwei SSD-Laufwerken oder einer Festplatte plus SSD-Laufwerk konfiguriert werden.

Apple Mac mini Thunderbolt 07/2001 Rückseite

Das dritte Modell dieser Reihe stellt der neue Mac mini Server dar. Dieser verfügt nun über einen leistungsfähigen Intel Quad-Core i7-Prozessor mit 2,0 GHz, zwei schnelle Festplatten mit 500 GB Kapazität und 7.200 U./Min. sowie 4 GB Arbeitsspeicher, der auf 8 GB erweiterbar ist. Wie das große Mac Mini Modell kann auch der Mac mini Server mit unterschiedlichen Festplatten- und SSD-Konfigurationen geordert werden. Zum Lieferumfang des Mac mini Server gehört die Serverversion von OS X Lion, OS X Lion Server, der beliebig viele angeschlossene Clients unterstützt und über folgende leistungsfähige Funktionen verfügt:

  • Einfache Server-Verwaltung – vollständig mit grafischer Oberfläche möglich
  • Professionelle UNIX Tools – beliebte UNIX Tools für Profis einfach nutzen
  • iCal Server 2 – verwenden Sie Kalender in iCal innerhalb Ihrer Arbeitsgruppe
  • Adressbuch-Server - Arbeitsgruppenweit Adressbücher verwalten
  • Podcast-Produzent – erstellen Sie Podcasts für Informations- und Schulungszwecke
  • Wiki-Server – Stellen Sie Informationen unternehmensweit zur Verfügung
  • Mobiler Zugriff über sichere VPN-Verbindungen
  • iChat-Server – Kommunizieren Sie einfacher, günstiger und leistungsfähiger.
  • Sichere Dateifreigabe – Dateien gemeinsam mit anderen nutzen.
  • E-Mail-Dienste – Extrem leistungsfähiger und schneller Mailserver integriert.
  • Web-Hosting – Eigene Websites einfach auf dem eigenen Server betreiben.
  • Spotlight-Server – Dateien einfach und schnell im gesamten Netzwerk finden.
  • Client-Verwaltung mit NetBook NetInstall, NetRestore, auch via iPhone.

Mit der neuen Mac mini Reihe bietet Apple sehr interessante Desktop-Computer an, die extrem kompakt und leistungsfähig sind und nicht zuletzt als die energieeffizientesten Computer der Welt gelten. Alleine über die Stromrechnung dürfte sich die Anschaffung von Mac mini Computern als Server und als Clients in vielen Betrieben schnell amortisieren.

Apple Thunderbolt Display 27″

Da mittlerweile praktisch alle Apple-Computer über einen Thunderbolt-Anschluss verfügen, war es abzusehen, daß Apple auch das Cinema Display 27″ erneuert und mit diesem Anschluss ausstattet. Wie das Vorgängermodell beherbergt das Thunderbolt Display ein hochwertiges 27″-Panel mit einer Auflösung von 2.560×1440 Bildpunkten. Über das eingebaute Thunderbolt- und Magsafe-Kabel kann das Display ganz einfach an jeden kompatiblen Mac angeschlossen werden.

Rückseite des Apple Thunderbolt Display 27

Der Bildschirm selbst bietet als Erweiterung für jeden Mac drei USB 2.0-Anschlüsse mit jeweils eigener Stromversorgung, einen Firewire 800 Anschluss, Gigabit Ethernet und einen weiteren Thunderbolt-Anschluß. Für multimediale Erlebnisse sorgt die eingebaute FaceTime-Kamera und das integrierte 2.1 Stereo-Lautsprechersystem mit einer Leistung von 49 Watt. Damit stellt das Thunderbolt Display eine optimale Dockingstation mit erweiterter Schnittstellenvielfalt für jeden Mac mit Thunderbolt-Anschluss dar.

OS X Lion – der König der Betriebssysteme.

Mit den neuen Geräten hat Apple nun auch das neueste Betriebssystem OS X Lion veröffentlicht, das erstmals ausschließlich über den Mac App Store zum Preis von 23,99 Euro verfügbar ist. Um Lion auf einem vorhandenen Mac zu einzurichten, ist auf dem entsprechenden Mac eine Installation von Mac OS X 10.6 Snow Leopard erforderlich.

Im Vergleich zur Vorgängerversion bietet OS X Lion über 250 neue Funktionen wie Mission Control, Vollbildanwendungen, Launchpad oder eine umfangreiche Autosave-Funktion. In unserem Artikel „Mac OS X Lion – Neuheiten aus produktiver Sicht“ haben wir einige der neuen Funktion bereits vorgestellt und aus produktiver Sicht näher beleuchtet.

Benutzeroberfläche von OS X Lion auf iMac und MacBook Air

Überraschung: Alle künftigen Updates von OS X kostenlos.

Wie m – Das Magazin berichtet, hat Apple außerdem angekündigt, dass alle künftigen Updates von OS X kostenlos sein werden. Demnach ist das Update von Mac OS X Snow Leopard auf OS X Lion das letzte kostenpflichtige Update des Apple-Betriebssystems. Ob Apple sich zu diesem Schritt entschlossen hat, weil auf diese Weise die Hemmschwelle des Benutzers sinkt, immer auf den neuesten Stand zu aktualisieren oder weil Apple mit dem Löwen schlicht den König erreicht hat und es keine Steigerung mehr zu geben scheint, lassen wir an dieser Stelle mal offen…

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